Einen fröhlichen und herzlichen Gruß an euch alle,
ohja, mein Weichnachtsgeschenk kommt vorzeitig ;)
Ich habe gerade meinen letzten Post gelesen, eine gaaanze Weile her. Aber da sich das Semester wieder einmal dem Ende neigt und Klausuren anstehen, ist es die richtige Zeit mal wieder etwas zu schreiben. Nicht, dass ich den immensen Bücherstapeln hier entgehen möchte, aber am Mittwoch ist ja sowieso alles vorbei für dieses Jahr.
Insofern, was will ich erzählen... ?! New York und Thanksgiving ist auch schon eine Weile her. Aber gut. Um einen sehr weisen Mann zu zitieren: "Aaaaawesoooomee!". Das wäre eine ziemlich gute Zusammenfassung, aber gehen wir etwas mehr ins Detail. New York an Thanksgiving ist relativ tot, wir haben's wenigstens probiert. Nach stundenlangem Ausharren am Central Park und lauter übergroßen Comicballonfiguren (oder Balloncomicfiguren) auf der Macy's Parade wollten wir abends noch etwas erleben. Ich würde die Situation mal mit Heiligabend in Deutschland vergleichen, Straßen leer und alle mit Familien. Ein guter Plan ist also den nächsten Pub aufzusuchen und direkt an die Bar zu gehen, dort findet man schon Gesellschaft. Eine tolle Erfahrung und ich habe gemerkt, dass ich selten direkt an der Theke sitze, eigentlich ein netter Platz. Im Pub wiederum war offensichtlich die "Familie" der Besitzer, aber so haben wir wenigstens auch etwas festägliche Stimmung mitbekommen. Ganz zu schweigen von den Leftovers vom Truthan, an denen sich dann alle Gäste bedienen konnten. Der folgende Tag war dann auch schon der "Black Friday", Sommer- und Winterschlussverkauf zusammen und potenziert. Unglaublich. Wir waren 10h shoppen, purer Wahnsinn! Den Rest des Monats musste ich hungern, weil ich kein Geld mehr hatte. Für das nächste mal weiß ich, an wen ich mich wenden muss für solch drastische Maßnahmen.
Gut, zurück im Salisbury kickte dann auch sogleich der Winter-Blues/Culture-Shock/Whatever ein. Schon traurig, dass man nicht mal die paar Milliönchen für ein Apartment in der Upper East Side übrig hat (plus die monthly maintenance fee von ein paar tausend Dollar). Aber wofür machen wir die ganze Übung hier, genau! Und da war die Motivation auch schon wieder. Also ran an die Textbücher, lesen, schreiben, lesen, schreiben... Ohne Witz, so geht das hier nur, seit einigen Wochen schon. Ich werd ein ganzes Buch nach meinem Aufenthalt hier veröffentlichen können. Aber langsam wäre es wirklich mal wieder Zeit für ein paar Zahlen, etwas "handfestes". Nicht dass ich hier vollkommen die Kontrolle über meine Budgets verliere.
Um kurz auch noch mal die Kurse anzureißen, eine wirkliche Erfahrung (und mit Absicht nicht Offenbahrung) dieses Semester. "Corporate Social Responsibility and Business Ethics", was für ein Titel mag man denken. Da wollen sie uns beibringen, nicht nur nach dem Geld zu hechten (hmm... sollte ich den Absatz oben nochmal ändern?!), sondern... ja, was eigentlich? Kurzum, Textbücher wie "The Capitalist Manifesto", "A Life of One's Own", und etliche Kurzgeschichten, warum doch der Wohlfahrtsstaat das schlimmste ist was man dem Menschen antun kann. Wir starteten mit einem dubiosen Youtube-Video, wie fragwürdig doch Demokratie ist, wandelten zu den grundsätzlichen Rechten eines Menschen und konnten daraus klar schlussfolgern, dass purer, reiner, laissez-faire Kapitalismus das einzige System ist, was den Mensch Mensch sein lässt. Ein kleiner Haken auf die grüne Bewegung, ein Statement gegen Klimawandel und Politiker im Ganzen rundeten den Kurs ab. Puh. Sowas muss man erst mal erlebt haben.
Darüber hinaus ist alles beim Alten. Was bleibt offen? Wo geht es hin über Weihnachten und Neujahr? Und was bringt 2011? Ich kann es kaum glauben, dass ich schon vier Monate hier bin. Langsam wird es kalt in Salisbury! 30 Grad... Fahrenheit!
Langsam sehe ich ein paar verstreute (künstliche) Weihnachtsbäume in den Fenstern. Vielleicht sollte ich auch einen bei Wal-Mart kaufen. Ich muss fragen, ob ich den nach Weihnachten wieder zurückbringen kann. Wal-Mart nimmt ja bekanntlich alles zurück.
Mit diesen Gedanken widme ich mich jetzt wieder meinen Artikeln, um zu lesen, und vielleicht noch etwas zu schreiben.
Fröhliche Weihnachtsgrüße an euch alle
Alex
Sehr schöner Eintrag, ich sende viele Grüße aus dem verschneiten Berlin zurück! :-)
AntwortenLöschenBis ganz bald wieder im dicken B.,
Martina